Geocaching 3.0

Die Geschichte des Internet ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…

Wenn man die Entwicklung des modernen Internets (also ab ca. Anfang der 90er Jahre -> massentaugliche Nutzung im europäischen Raum) betrachtet, hat in den letzten 20 Jahren eine rasante Entwicklung stattgefunden.
Es fing alles ganz harmlos an, Tüftler und Idealisten opferten ihr gesamtes Einkommen für atemberaubend teure Gadgets (Computer, Modems, Telefongebühren), um Teil des Ganzen zu sein. Innerhalb weniger Jahre ist aus dieser kleinen Menge an Menschen eine schier unüberschaubare Masse geworden. Millionen von Menschen verschicken täglich unvorstellbar große Datenmengen um den gesamten Globus. Die Beweggründe sind vielschichtig: Gewinnerzielung, Hobby, Spaß, Terrorismus, usw.
Die große Verbreitung startete in heute kaum noch bekannten Netzwerken. Man kannte sich persönlich, traf sich nicht nur virtuell, sondern wann immer möglich auch real. Durch die große Zuwachsrate entfremdeten sich die Netzteilnehmer immer mehr von einander. Schleichend setzte ein Prozess ein, der einen kompletten Mikrokosmos mit eigener Sprache, eigenen Umgangsformen und eigener Regulierung in einen Megakosmos verwandelte. Natürlich wandelte dies auch besagte Sprache, Umgang und Regulierung: Bei Höflichkeiten kann man nicht sicher sein, ob sie nur ironisch gemeint sind. Ein rauher Ton darf durchaus als normal angesehen werden. Und anarchistische Grundfeste werden ohne mit der Wimper zu zucken zu demokratischen Werkzeugen umetikettiert.
Die Verbreitung des „Web 2.0“ hat dem Ganzen noch eine völlig neue Qualität gegeben. Man  twittert und facebooked jede noch so unbedeutende Kleinigkeit, um ihr den Charakter einer weltverändernden Neuigkeit zu verleihen (meistens ohne Erfolg). Man findet im Vergleich zum realen Leben ein Vielfaches an Freunden (im Fachjargon: adden), man schafft sich im Vergleich zum realen Leben ein Vielfaches an Feinden und im schlimmsten Fall, fällt man vor der Netzgemeinde in Ungnade und fristet ein Leben als „Social Media-Zombie“.
Wohl dem, der die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennt und sich mit dem Web 2.1 in Form von Foursquare, Gowalla und Co. ein Rückzugsgebiet schafft, in dem er noch ein wenig Schindluder treiben kann, bevor er auch hier zur Persona non grata wird. Natürlich verwendet der User stets andere Aliase um anonym zu bleiben, so kann er anders als im richtigen Leben im Netz nahezu unbegrenzt die „dunkle Seite des Ichs“ zeigen.
Die weitere Entwicklung (Web 3.0?) wird auf jeden Fall spannend und dürfte noch viele Überraschungen parat haben.

Die Geschichte des Geocaching ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…

Wenn man die Entwicklung des modernen Geocaching (also ab ca. 2002 -> Verbreitung im europäischen Raum) betrachtet, hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung stattgefunden.
Es fing alles ganz harmlos an, Tüftler und Idealisten opferten ihr gesamtes Einkommen für atemberaubend teure Gadgets (Computer, Modems, GPS Empfänger), um Teil des Ganzen zu sein. Innerhalb weniger Jahre ist aus dieser kleinen Menge an Menschen eine schier unüberschaubare Masse geworden. Millionen von Menschen suchen und verstecken täglich unvorstellbar große Mengen an Dosen rund um den gesamten Globus. Die Beweggründe sind vielschichtig: Gewinnerzielung, Hobby, Spaß, usw.
Die große Verbreitung startete einst in heute kaum noch bekannten Netzwerken. Man kannte sich persönlich, traf sich nicht nur virtuell, sondern wann immer möglich auch real. Durch die große Zuwachsrate entfremdeten sich die Teilnehmer immer mehr von einander. Schleichend setzte ein Prozess ein, der einen kompletten Mikrokosmos mit eigener Sprache, eigenen Umgangsformen und eigener Regulierung in einen Megakosmos verwandelte. Natürlich wandelte dies auch besagte Sprache, Umgang und Regulierung: Bei Höflichkeiten kann man nicht sicher sein, ob sie nur ironisch gemeint sind. Ein rauher Ton darf durchaus als normal angesehen werden. Und anarchistische Grundfeste werden ohne mit der Wimper zu zucken zu demokratischen Werkzeugen umetikettiert.
Die Verbreitung des „Geocaching 2.0“ hat dem Ganzen noch eine völlig neue Qualität gegeben. Man loggt nicht mehr, manch einer blogt gegen alle, um jeder noch so unbedeutende Pöbelei, den Charakter einer weltverändernden Neuigkeit zu verleihen (meistens ohne Erfolg). Man findet im Vergleich zum realen Leben ein Vielfaches an Freunden (im Fachjargon: adden), man schafft sich im Vergleich zum realen Leben ein Vielfaches an Feinden und im schlimmsten Fall, fällt man vor der Gemeinde der Suchenden in Ungnade und fristet ein Leben als „Geocaching-Zombie“.
Wohl dem, der die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennt und sich mit dem Geocaching 2.1 in Form von Foursquare, Gowalla und Co. ein Rückzugsgebiet schafft, in dem er noch ein wenig Schindluder treiben kann, bevor er auch hier zur Persona non grata wird. Natürlich verwendet die Sockenpuppe stets andere Aliase um anonym zu bleiben, so kann sie anders als im richtigen Leben im Netz nahezu unbegrenzt die „dunkle Seite des Ichs“ zeigen.
Die weitere Entwicklung (Geocaching 3.0?) wird auf jeden Fall spannend und dürfte noch viele Überraschungen parat haben.

 

Flattr this!

This entry was posted in Geocaching and tagged , , . Bookmark the permalink.

One Response to Geocaching 3.0

  1. Wie immer tiefgründig und schön geschrieben. Es gibt andere artverwandte Rückzugsgebiete, die hier nicht genannt sind – Gott sei Dank! Und für die braucht man noch nicht einmal ein Smartphone. Ein schlichter wetter- und stoßfester GPS Receiver reicht aus …. hm …. irgendwie war das mal umgekehrt. Eben eine Geschichte voller Missverständnisse ….

    Danke
    Michael

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.