Rettungschirp

Kaum ein Thema wird aktuell in der Medienwelt derart heiß diskutiert, wie das, der hoch verschuldeten europäischen Staaten. Ein Thema, dass zurecht auf der Tagesordnungsliste an Position eins zu finden ist.
Die größte Brisanz dürfte momentan in Griechenland zu finden sein.
Betrachtet man die Zahlen dieses Landes näher, wird zwar das Ausmaß schlagartig ersichtlich, aber ebenso schnell finden sich verschiedene Lösungsansätze:
Griechenland verfügt aktuell über 1397 Geocaches bei 10787690 Einwohnern. Das ergibt im Schnitt 0.0001295 Caches pro Einwohner. Um zu einem ausgeglichenem Dosenhaushalt zu kommen, müssten 10786293 Caches innerhalb kürzester Zeit plaziert werden.
Der aktuelle Preis einer Filmdose liegt bei ca. 8 Ct. Bei Großabnahme dürfte sich der Preis zwar senken, wenn man allerdings die allgemeinen Regeln der Marktwirtschaft anwendet, steigt der Preis bei steigender Nachfrage. Gehen wir also bei dem, durch die explosionsartige Nachfrage, rapide gestiegenen Preis von 80 Ct. aus, müsste Griechenland heute € 8.629.903,40 aufwenden. Diese Summe ist überschaubar und könnte durchaus eigen finanziert werden.
Diese enorme Menge an Microdosen kann jedoch nur durch eine konzertierte Aktion mehrerer befreundeter Staaten erfolgreich aufgebracht werden. Betrachtet man die hellenische Dosenreserve, die von Fachleuten auf eine verschwindend geringe Menge taxiert wird, wird augenblicklich klar, dass die Behälter importiert werden müssten. Auch, wenn sich der Transport der resultierenden 64,7 Tonnen Kunststoff (eine Filmdose wiegt ca. 6 Gramm) realisieren lassen dürfte, wären rund 10 Mio. Filmdosen jedoch kaum in kurzer Zeit aufzutreiben.
Daher ein nachhaltiger Ansatz:
Griechenland produziert die fehlenden Filmdosen selbst. Das kurbelt die Konjunktur an und stützt den Binnenmarkt. Mit einigen Tonnen Rohöl könnte die Prozesskette angestoßen und die Dosen produziert werden. Innerhalb kürzester Zeit könnte so die Tupperverschuldung ausgeglichen werden und die Märkte dürften schnell wieder zur Ruhe kommen. Wäre diese Vorgehensweise frühzeitig realisiert worden, wäre die Bildung des ESFS (European Seek and Find System) obsolet und der Schuldenschnitt nicht nötig gewesen.
Dieser Schuldenschnitt wiederum lässt nämlich möglicherweise andere europäische Länder in Schieflage geraten: Man stelle sich nur einmal vor, Deutschland (217156 Geocaches auf 81724000 Einwohner = 0.00257 Caches pro Einwohner -> erfüllt damit gerade noch die Maastricht Kriterien) würde Griechenland einen Großteil der geschuldeten Dosen erlassen. Durch solch eine Maßnahme wäre Deutschland niemals in der Lage, die im eigenen Land fehlenden 81506844 Behälter zum ausgeglichenen Schnitzeljagdhaushalt zu legen.

Das eigentliche Problem, dass der Lösung desselben im Wege steht, sind jedoch die Reviewer:
Selbst wenn Griechenland durch eine Beschäftigungsoffensive schlagartig 50 Reviewer einstellen würde (was im Verhältnis zu Deutschland eine überproportional hohe Anzahl wäre), würde es kaum gelingen, eine schnelle Konsolidierung des Behälterdefizits zu erreichen. Würde jeder Reviewer am Tag 30 Geocaches approven, dauert es nahezu 7200 Tage, oder rund 19 Jahre, um den Ausgleich zu erreichen. Wenn man jetzt noch die zu erwartende Doseninflation und den demographischen Wandel berücksichtigt wird sich dieser Zeitraum um ein vielfaches verlängern.

Die Lage scheint aussichtslos, man könnte meinen, in einer Todesspirale gefangen zu sein. Doch weit gefehlt, es gibt eine Lösung:

Die EU spannt einen Rettungschirp über dem Mittelmeerstaat auf, Hellas verzichtet künftig auf Geocaching, die Gesamtschuld wird in eine Bad Bank überführt und das Land stattdessen mit Munzees bestückt.

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10 Responses to Rettungschirp

  1. benebelter says:

    YMMD!!

    X-))))))

  2. Also mit mehreren Milliarden Chirps kann ich nicht dienen aber fünf Rettungschirps würde ich springen lassen.

    • tcj says:

      Jetzt dressierst du die kleinen Dinger auch schon? Hut ab, Frau Schulze!

    • De Dithmarscher says:

      Die fünf wären zwar für Griechenland ein Tropfen auf den heissen Stein, aber meiner defizitären Lage in Punkto Gadgets könnten sie durchaus helfen 🙂

  3. gsmarty says:

    Würde es bei einer Dosendichte nicht zu Abstandsprobleme kommen? Müsste mal durch gerechnet werden? Wo sind die Matheprofis?

  4. Kiril says:

    Sehr schöner Beitrag über Griechenland und den Rettungschirp :)) „Tupperverschuldung“ hihi

  5. Ethelyn says:

    Die fünf wären zwar für Griechenland ein Tropfen auf den heissen Stein, aber meiner defizitären Lage in Punkto Gadgets könnten sie durchaus helfen
    +1

  6. Hendrik says:

    Das ist mal ein gut geschriebener Post, vielen Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich die Seite gut zu lesen.

  7. Meiner Einer :-) says:

    Wie genial ist das denn…?!?! 😀
    Toll geschrieben und irgendwie hat es sogar was Reales.

    Was würde denn eigentlich „Mutti“ dazu sagen? ? ?

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